Die Minden Wolves erwarten im ersten GFL2-Heimspiel mit Titelfavorit Krefeld Ravens einen alten Bekannten:
Hängende Köpfe nach der Premiere in der GFL2. Den Start in 2. Bundesliga haben sich die Minden Wolves anders vorgestellt. Nach einer schwachen Angriffsleistung unterlagen sie in allerletzter Sekunde bei den Leipzig Lions mit 10:13. Am Samstag nun steht das erste Heimspiel in der neuen Spielklasse auf dem Plan. Zu Gast im Weserstadion ist Meisterschaftsfavorit Krefeld Ravens. Kickoff ist um 15 Uhr.
Beide Teams verbindet aufgrund eines ähnlichen Erfolgswegs in der kurzen Zeit ihres Bestehens eine besondere Beziehung. Wie das Wolfsrudel so schafften auch die „Raben“ innerhalb von fünf Jahren den Sprung in die 2. Liga. 2023 begegneten sie sich bereits einmal im Ligageschäft. Damals in der Oberliga – Krefeld als amtierender Vizemeister, Minden als Aufsteiger. Und beide Teams dominierten dort das Geschehen. Allerdings mit kleinem, aber feinen Unterschied, denn die Ravens waren 2023 eine Klasse für sich und entschieden auch beide Duelle mit den „Wölfen“ unangefochten. „Wir sind in dem Jahr an einem besseren Team gescheitert“, blickt Wolves-Vorstand Volker Krusche zurück. „Krefeld war in dem Jahr einfach deutlich stärker als wir. Das mussten wir neidlos anerkennen.“ Minden kassierte gegen die Ravens übrigens die ersten beiden Niederlagen in einem Punktspiel. Seit diesen Tagen verbindet die beiden American Footballteams eine besondere Beziehung. „Beide Clubs gingen die Sache vom ersten Tag professionell an. Jeder hat ein großes Maß an Hochachtung vor dem anderen.“
Aber was erwartet die Footballfans beim neuerlichen Aufeinandertreffen?
Die Zielsetzungen für die Saison 2026 könnte unterschiedlicher nicht sein. „Während für uns nur der Klassenverbleib zählt, will Krefeld die Playoffs erreichen und den erstmals auszuspielenden GFL2-Bowl gewinnen“, nennt Vorstand Guliano Schunke die Erwartungen auf beiden Seiten. Die Ravens landeten in der zurückliegenden Spielzeit als Aufsteiger auf Platz drei – allerdings punktgleich mit dem GFL2 Nordmeister Hamburg Pioneers. Nachdem die ersten beiden Spiele daheim gegen Rostock und in Hamburg verloren wurden, blieb die Weste der Rheinländer in den folgenden acht Partien weiß. Am Ende wiesen die Krefelder die beste Defense der Liga auf. Ein möglicherweise neuerlicher Durchmarsch war aber gleich zu Saisonbeginn verspielt worden. Auch wenn die Nordstaffel der 2. Liga leistungsmäßig deutlich stärker als die im Süden ist und in diesem Jahr gleich mehrere Teams den Anspruch auf das Erreichen der Playoffs anmelden, so macht kaum einer einen Hehl daraus, dass die Titelvergabe nur über die Mannen vom Nordrhein führen kann. Nicht zuletzt auch aufgrund der Tatsache, dass die Ravens selbst den Titel als Ziel ausgerufen haben.
Und in Krefeld hat man einen genauen Plan. Nicht lang-, sondern mittelfristig wird der Gewinn der Deutschen Meisterschaft angestrebt. In Minden verfolgt man das natürlich mit Interesse, hat aber selbst ganz andere Ziele. „Wir wollen in der GFL2 bleiben“, betont Headcoach Phil Gamble.
Dafür müsse man sich mit Blick auf das Spiel in Leipzig aber insbesondere in der Offensive steigern. Hier lagen die größten Probleme, um die Partie siegreich zu gestalten. „Wir müssen hier besser werden. Das ist unser Hauptziel gegen Krefeld.“ Für das erste Heimspiel hofft Gamble wieder auf einen höheren Zuschauerzuspruch. „Wir haben in fünf Jahren die 2. Bundesliga erreicht. Dass es dort kein Selbstläufer wird, war von vornherein klar. Ich denke aber, dass die GFL2 ein größeres Zugpferd sein sollte, als die vorherigen Spielklassen. Hier wird nämlich sehr, sehr guter Football geboten.“ Und darauf sollten sich die Fans freuen. Auch wenn die Minden Wolves erstmals nicht in der Favoritenrolle sind, sondern vom Gejagten zum Jäger geworden sind.


