Die Hoffnung der Minden Wolves sinkt nach dem 23:28 gegen die Elmshorn Fighting Pirates stark.
Die Chancen auf den Klassenverbleib sind deutlich gesunken. Trotz einer klaren Leistungssteigerung mussten sich die Minden Wolves im Weserstadion den Elmshorn Fighting Pirates knapp mit 23:28 (10:7, 7:7, 0:7, 6:7) geschlagen geben. Es war die siebte Niederlage im siebten Spiel der GFL2-Geschichte des Wolfsrudels. Bei noch drei ausstehenden Partien, u.a. gegen die ungeschlagenen Ravens aus Krefeld und den Rangzweiten Rostock Griffins, sind die Chancen seit dem Wochenende stark gesunken, die zwei erforderlichen Siege zum Ligaverbleib einzufahren.
„Wir sind nicht blauäugig. Gegen Elmshorn hätten die ersten Punkte kommen müssen, um das Ruder vielleicht noch herumreißen zu können“, blickt Vorstandsprecher Ulrich Grünwald realistisch nach vorn. Dabei hatte die Kellerkonkurrenz sogar noch mitgespielt. Die Langenfeld Longhorns hatten das Heimspiel gegen Rostock mit 21:48 verloren und die Leipzig Lions waren beim 0:42 bei den Hamburg Pioneers unter die Räder gekommen. „Aber was hilft´s, wenn wir diese Vorlage nicht nutzen können.“
Dabei hatte die Partie vielversprechend begonnen. Die Handschrift von „Zack“ Cavanaugh war in der Offense deutlich zu erkennen. Und so war es auch das Wolfsrudel, dass die ersten Akzente der Partie setzen konnte. Runningback René Lange brachte den Ball mit einem schönen Lauf bis an die 17 Yard-Markierung. Quarterback Darrius Sample sorgte aus dieser Position ebenfalls per Lauf für den ersten Jubel auf Mindener Seite – Touchdown. Mit dem verwandelten Point after Touchdown durch Tobias Pauls hieß es schnell 7:0.
Als Willie Fedd jr. anschließend eine Interception der Gäste bis an die 1gegnerische 12 Yard-Marke brachte, schien der zweite Touchdown in Reichweite. Zwar fing Ray Fletcher einen Sample-Pass in der Endzone, brachte aber die Füße nicht innerhalb des Feldes auf den Boden. So blieb es im vierten Down bei einem Fieldgoalversuch, der von Tobi Pauls sicher zum 10:0 verwandelt wurde.
Elmshorn protestierte lautstark über mehrere Minuten. Nicht zu Unrecht, denn die Zeit beim Versuch war schon abgelaufen. Er war von den Unparteiischen aber gut gegeben worden. Eine Tatsachenentscheidung. Doch statt dem Pirates-Headcoach das auch in wenigen Sekunden deutlich zu machen, dauerte die Unterhaltung mehrere Minuten und der Mindener Flow war damit dahin. Clever von Elmshorn, Leidtragender war das Wolfsrudel. Und so riss der Gast die Partie jetzt an sich und kam nach einem Pass von Quarterback Quincy Casey auf Benjamin Mau noch vor dem Viertelende zum ersten Endzonenbesuch, den Leon Di Vito mit einem erfolgreichen PAT zum 7:10 veredelte.
Dank guter Läufe des starken René Lange und weiterer vielversprechender Aktionen waren die Hausherren im zweiten Viertel stets gefährlich. Ein Pass auf Willie Fedd brachte Minden in die Redzone. Darrius Sample lief in der Folge erneut ins gelobte Land und sorgte mit dem Pauls-PAT für das 17:7.
Es lief also für die Wolves. Doch 13 Sekunden vor dem Pausenpfiff bekam ihre Defense die starke Elmshorner Offense nicht zu packen, so dass die Halbzeitführung nach dem Touchdown durch Casey und dem Extrapunkt von Di Vito beim 17:14 auf drei Punkte schmolz. Zu wenig angesichts der Vorstellung des Tabellenletzten.
Nach der Pause lag der Ballbesitz bei den Gästen. Und die wussten damit gleich etwas anzufangen, als Nathaniel Thomas weitere sechs Punkte für die Pirates beisteuerte. Di Vito erhöhte auf 21:17 für den Gast.
Den Groll der Wolves und des Publikums zogen sich die Unparteiischen kurz vor Ende des dritten Durchgangs zu, als sie eine Pass Interference in der Endzone zur Überraschung aller nicht für Willie Fedd werteten, sondern für Elmshorns Lasse Schumacher. Zweifellos eine Schlüsselszene der Partie. Denn statt einen wahrscheinlichen Touchdowns der Mindener, wechselte dadurch der Ballbesitz. Und am Ende waren es solche Szenen, die über Sieg und Niederlage entschieden.
Als Nathaniel Thomas im letzten Viertel dann auf 28:17 erhöhte, schien die Entscheidung gefallen. Dem „Wolfsrudel“ lief nun die Zeit davon. 4:43 Minuten standen auf der Uhr. Gut 90 Sekunden vor Schluss landete dann ein Pass bei Willie Fedd, der den Ball spektakulär im Rückwärtsfallen in der Endzone fing. Minden versuchte es mit einer Two-Point-Conversion, um auf drei Punkte zu verkürzen und eventuell mit einem Fieldgoal die Overtime zu erreichen. Doch der Versuch misslang. Und auch der folgende Onside-Kick brachte danach nicht den erhofften Ballbesitz, so dass der Gast gekonnt in der Folge routiniert die Uhr runterspielte.
Eine bittere Niederlage für den Bundesliga-Aufsteiger, der aber deutlich machte, dass er durchaus in dieser starken Liga mithalten kann.


