Die Defence der Minden Wolves

Die Minden Wolves wollen Revanche an den Elmshorn Fighting Pirates nehmen

Kräfte sammeln, konzentrieren und auf die nächste Aufgabe fixieren. Drei Wochen hatten die American Footballer der Minden Wolves Zeit, um sich auf die nächste Aufgabe vorzubereiten. Und sie waren trotz der Niederlage bei den Rostock Griffins mit einem guten Gefühl in die kurze Pause gegangen, hatten sie dort trotz der strapaziösen und langen Anreise bis auf das erste Viertel doch eine Leistung abgebliefert, die für den noch ausstehenden Saison Hoffnung macht, das Ruder vielleicht doch noch herumreißen zu können. Am Samstag nun hoffen die Mannen von Phil Gamble mit der Unterstützung der Fans den ersten Schritt in Richtung Klassenverbleib machen zu können. Zu Gast ist um 15 Uhr das Team der Fighting Pirates aus Elmshorn.

Der Traum vom ersten Sieg in der GFL2 lebt auf jeden Fall weiter. „Noch stehen vier Spiele aus. Und in denen wollen wir alles dafür tun, um, in der 2. Bundesliga bleiben zu dürfen“, sagt Wolves-Vorstandssprecher Uli Grünwald. „Wir glauben fest daran, dass uns das gelingen kann.“

Auch wenn der bisherige Saisonverlauf nicht nach dem Wunsch aller Beteiligten gelaufen ist, so hat der heimische Emporkömmling, der sich in nur fünf Jahren von der untersten Spielklasse bis in die GFL2 vorgearbeitet hat (das gelingt wahrlich nicht vielen Teams!), gezeigt, dass er in der zweithöchsten deutschen Spielklasse mithalten kann. „Wir zahlen Lehrgeld. Das muss man so deutlich sagen. Mit einem Jahr Erfahrung in dieser Liga würden wir wahrscheinlich ganz anders dastehen“, betont der ehemalige Sportdirektor und jetzige Wolves-Vorstand Volker Krusche. „Wenn man wie wir in Leipzig nur 13 Gegenpunkte kassiert, gegen Langenfeld 14 und in Hamburg 21 dann muss man eigentlich was Zählbares mitnehmen.“

Es waren insbesondere Schwächen in der Offense, die das verhinderten. Die Gegnerschaft stellte sich sehr gut auf die Mindener Plays ein und ließ den Angriff der Wölfe kaum zur Entfaltung kommen. „Darin liegt unzweifelhaft eins unserer Hauptprobleme.“

Doch die Verantwortlichen der Wolves sahen nicht untätig zu. „Wir haben bei Zack Cavanaugh angefragt, ob er uns trotz seines Football-Projektes in Berlin würde helfen können. Er hat mir spontan zugesagt“, freut sich Uli Grünwald.

Der Amerikaner und Freund von Mindens Headcoach Phil Gamble übernahm die Aufgabe des Offense-Coordinators. Und bereits nach wenigen Einheiten war seine Handschrift zu erkennen. „Er kann natürlich keine Pässe werfen oder Punkte erzielen. Aber er kann die Jungs besser machen, ihnen Selbstvertrauen eintrichtern. Das kann viel bewirken“, ergänzt Krusche.

40 Prozent der Saison stehen noch bevor. Darunter ist auch das Gastspiel in Krefeld. Eine nicht nur für Minden fast unlösbare Aufgabe. „Sorry, aber da muss es für uns nur um ein achtbares Abschneiden gehen“, bleibt Volker Krusche Realist. Aber die zwei nötigen Siege sollen in den drei anderen Partien eingefahren werden. Zunächst geht es am Samstag, 18. Juli, um 15 Uhr gegen die Elmshorn Fighting Pirates. „Im Hinspiel hatte es nach der Verkettung einiger unglücklicher Umstände mit Autobahn-Vollsperrung und der fehlenden Bereitschaft der Referees, die Partie um eine Stunde nach hinten zu legen, nach einem Kaltstart eine deutliche Niederlage gegeben“, blickt Krusche zurück.

Inklusive Umziehen, Passcheck, Cointoss und Aufwärmen standen den Wolves aufgrund einer Entscheidung der Unparteiischen keine 60 Minuten zur Verfügung. „Elmshorn war damit einverstanden, dass wir erst um 16 Uhr beginnen, die Schiedsrichter aber haben uns lediglich zehn Minuten zugestanden. In 55 Minuten geht man aber nicht gut vorbereitet in ein Spiel“, so Ulrich Grünwald. „Die Verletzungsgefahr war dadurch sehr hoch. Gottseidank ist nichts passiert.“

Angesichts der Bedeutung der ausstehenden Heimspiele hoffen die heimischen Footballer auf eine größere Unterstützung von den Rängen. Krusche: „Mit den Zuschauerzahlen sind wir in diesem Jahr nicht zufrieden. Da mussten wir einen deutlichen Rückgang gegenüber dem vergangenen Jahr verzeichnen. Aber wir brauchen unsere Fans. Nur gemeinsam mit ihnen können wir es schaffen.“